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Laufend Medienecho Fahrrad-Unfälle 
Keine klare Linie
Pressemappe Polizei Köln

18. April 2008

Es ist unbestreitbar, dass die Öffentlichkeit umfassend über das Unfall- und Verkehrsgeschehen auf unseren Strassen unterrichtet werden muss. Eine wichtige Funktion hat dabei die Polizei, die zu den meisten Unfällen zugezogen wird. Das, was die Polizei als Fakten festhält, was sie als Unfallursache ermittelt und welche Ratschläge sie gibt, ist von ausschlaggebender Bedeutung für die gesellschaftliche Wahrnehmung. Die Pressemappe der Polizei informiert entsprechend die Öffentlichkeit, Bürger und Medien.

Seit Anfang des Jahres werden Fahrradunfälle nur noch unvollständig in der Pressemappe der Kölner Polizei wiedergegeben. Vergleicht man die Unfallberichte in der Pressemappe mit der Berichterstattung auf einer anderen Polizeiseite (Velo2010, aktuelles Unfall-Lagebild) werden die Unterschiede offensichtlich. Ein Blick in die Tageszeitungen belegt: Was nicht in der Pressemappe steht, kommt auch nicht in die Zeitung. Was nicht in der Zeitung steht, ist auch nicht geschehen.

Wir haben heute einen Brief an die Kölner Lokalpresse geschickt und gefragt, ob ihnen dieser spezielle Nachrichtenmangel schon aufgefallen ist. War bisher die Berichterstattung über Radfahr-Unfälle gelegentlich unsachlich und voreingenommen, so ist das Ausblenden von Nachrichten ein Schritt weiter in die Richtung Fahrrad-unfreundlicher Informationspolitik. Köln als erklärt fahrradfreundliche Stadt aber hat das Recht auf eine faire, umfassende und ausgewogene Berichterstattung. (rb/mfg)

21. Mai 2008

Bis heute, 21.05.08, hat sich niemand auf unseren Brief hin gemeldet. Man kann daraus drei Schlüsse ziehen: Falscher Absender, falscher Adressat oder falsches Thema.

"Falscher Absender": Radler meckern immer, an in den Papierkorb. "Falscher Adressat": Zeitungen kümmern sich um's Geld verdienen, nicht um die Qualität von Informationen. "Falsches Thema": Standartthemen wie "Motorräder-jetzt rasen sie wieder" oder "Rüpelradler sieht Rot" haben Seriencharakter. Hier werden Vorurteile bedient und Quoten gemacht. Aber nicht Bericht erstattet. Wer das verwechselt, ist naiv.

Oder, wie uns beim letzten Treffen des Expertenkreis Velo2010 - sicheres Radfahren in Köln - der ADAC-Vertreter angepfiffen hat, als wir auf das Thema kamen: Was uns denn einfiele, der Polizei Vorschriften für Pressetexte machen zu wollen. Wir hatten den Wunsch geäußert, den Standart-Vorwurf des Nicht-Helm-Tragens in den Polizei-Unfall-Berichten durch eine Helm-Empfehlung zu ersetzen. Alleine schon deshalb, weil es ja keine Helmpflicht gibt. Aber selbst dieser bescheidene Wunsch war offenbar schon eine Zumutung. (rb/mfg)

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