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08. Mai 2006
Hindernisse müssen her! (Kölner Stadt-Anzeiger, Uwe Schäfer) - Mülheim - Ein Dutzend Radler ist auf der Bergisch Gladbacher Straße unterwegs. Einer von ihnen - Polizeidirektor Helmut Simon - trägt Uniform. Unsicher fragt der Inhaber eines Schilderdienstes: „Sind das alles Polizisten?" Nein, nicht alle.
In Begleitung von Mitgliedern der „mülheimer fahrrad gruppe“, des Kölner Fahrradbeauftragten Thorsten Claussen sowie Polizeipräsident Klaus Steffenhagen und dem Leiter der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium, Helmut Simon, war Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes unterwegs, um Mülheimer Schwachstellen im Radverkehr zu erkunden.
„Ich bin selbst passionierte Radfahrerin und halte es für meine Pflicht, die Situation der Radfahrer in unserer Stadt zu verbessern“, begründet Scho-Antwerpes ihr Engagement. Vor einem Jahr unternahm sie eine erste Mängeltour in der Innenstadt und nun sei Mülheim dran. „Ich knöpfe mir jetzt Stadtteil für Stadtteil vor“, bekräftigt sie. Rolf Bauerfeind von der „mülheimer fahrrad gruppe“ plante die Tour entlang der Bergisch Gladbacher Straße. „Allein hier verunglückten im vergangenen Jahr 15 Radfahrer“, berichtet er. Für ihn ist das ein Grund, diese Strecke als Beispiel für die Situation im gesamten Stadtbezirk zu nehmen.
Station eins ist die Keupstraße. Was Bauerfeind hier am meisten ärgert, ist die Rücksichtslosigkeit jener, die gewohnheitsmäßig in der zweiten Reihe parken. „Wir haben immer wieder beantragt, dass diese Einbahnstraße auch in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben wird“, stellt er die Situation vor. Die Verwaltung sei dafür. Doch mache es keinen Sinn, weil wegen der Parksünder die Straße zu schmal sei. „Nach dem Nagelbombenattentat vor zwei Jahren kamen nicht einmal die Rettungskräfte durch“, klagt Bauerfeind. Peter Mensger von der Verkehrsüberwachung Mülheim, zufällig gerade in der Keupstraße unterwegs, kann das nur bestätigen: „Wir verwarnen hier wöchentlich 500 bis 600 Falschparker, doch sie tun es immer wieder.“
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Bergisch Gladbacher Straße in Höhe der Gilden-Brauerei. Die Straße ist eng, ein Radweg nicht vorhanden. „Obendrein parken hier Fahrzeuge illegal am Straßenrand stadtauswärts“, so Bauerfeind. Radfahrer müssten weit zur Straßenmitte hin ausweichen. Die Unfallgefahr steigt. Die Bürgermeisterin kann es nicht fassen: „Da müssen Hindernisse her!“. Sie nimmt sich vor, umgehend mit dem Geschäftsführer der Brauerei zu reden. Der könnte Blumenkästen auf dem Gehweg aufstellen lassen.Zwischen Keupstraße und dem Holweider Markt macht die Gruppe immer wieder Station. Mal ist der Radweg nicht als solcher zu erkennen, mal fehlt er ganz. In Kreuzungsbereichen überlegen sich die Teilnehmer, wie hier die Unfallgefahr gesenkt werden kann. Schließlich verunglücken nach Polizeistatistik die meisten Radfahrer beim Überqueren der Straße, wie Helmut Simon berichtet. Thorsten Claussen verweist im Anschluss auf einen weiteren Schwerpunkt, die Mülheimer Brücke: „Hier versperren die Pylonen oft den Blick und viele Radfahrer halten nicht den Richtungsverkehr ein.“
„Wir haben jetzt einen guten Eindruck über die Situation gewonnen“, sagt Scho-Anwerpes, wieder am Ausgangspunkt angekommen. Sie will sich jetzt dafür einsetzen, dass möglichst viele der Mängel abgestellt werden.
13. Juli 2006
Fahrrad-Verkehrsquiz-Preisverleihung - Es gab bei dem Verkehrsquiz sicheres Radfahren, daß vom Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik durchgeführt wurde, nicht nur einiges zu lernen, sondern auch zu gewinnen: (Siehe unseren Beitrag vom 21.04.06) Eine 4-tägige Radtour durch Friesland, einen Rundflug für zwei Personen in einer Junkers Propellermaschine JU52 über Köln, ein schickes, neues Fahrrad, einen Warengutschein und etliches mehr. Auch einen Preis für die beste Schulklassen-Teilnahme wurde belohnt.
Heute ist es nun soweit. Die Preisträger sind ermittelt und die Preise werden vergeben. Auf dem Bild sehen Sie die glücklichen Gewinner mit Amtsleiter Klaus Harzendorf. Die Klasse 8a der Förderschule Andre-Thomkins in der Holweider Straße machte den ersten Platz beim Klassenwettbewerb. Pascal, Simone, Rumina und Denis nahmen mit ihrer Lehrerin Renate Schiffgens den Geldpreis von 300 Euro für ihre Schule entgegen.
Nicht mit auf dem Bild, sondern hinter der Kamera sind die Mitarbeiter des Amtes, die das Quiz gestaltet und durchgeführt haben, Vertreter von Kölner Verkehrsinitiativen, die auch in Velo2010 vertreten sind und Vertreter des Kölner Fahrrad-Einzelhandels, die zu den Sachspenden entscheidend beigetragen haben. Herr Simon vom Dezernat Verkehrsunfallbekämpfung der Kölner Polizei steuert die positive Nachricht bei, daß die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, 2006 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig sind. (rb/mfg)
08. September 2006
Velo2010 Preisträger in der Kategorie „Polizei"
(Renault Pressemitteilung) Die Zahl der verunglückten Radfahrer in Köln steigt seit Jahren kontinuierlich an. Da die Polizei dieses Problem nicht allein lösen kann, startete die Direktion Verkehrsunfallbekämpfung des Kölner Polizeipräsidiums Anfang 2005 eine außergewöhnliche Initiative. Sie gründete zusammen mit verschiedenen Institutionen der Stadt, Interessengruppen und Verbänden den „Expertenkreis Velo2010 Sicheres Radfahren in Köln". Ziel ist es, gemeinsame Aktionen und Maßnahmen zu entwickeln, um an alle Verkehrsteilnehmer zu appellieren, den Lebensraum Straße rücksichtsvoller und partnerschaftlicher zu nutzen. Dadurch soll die Anzahl verunglückter Radfahrer bis 2010 um 30 Prozent gesenkt werden. Mit Erfolg: Seit April 2005 sind die Unfälle mit Radfahrern bereits um elf Prozent zurückgegangen. Der Expertenkreis besteht inzwischen aus 15 Kooperationspartnern.
Norbert Weßel hat gemeinsam mit Polizeidirektor Helmut Simon die Gründung des „Expertenkreises Velo2010“ vorangetrieben und wird stellvertretend für alle Mitstreiter der Polizeidirektion Verkehrsunfallbekämpfung ausgezeichnet. Die Jury würdigte den breiten Ansatz der Aktion, bei der unterschiedliche Interessengruppen - insbesondere auch Kritiker der polizeilichen Arbeit - an einen Tisch geholt werden.
Kommentar: Natürlich freuen sich alle Kooperationspartner von Velo2010 über die Preisverleihung. Wer mehr über die Aktion "Safety Stars" des Automobil-Herstellers Renault wissen möchte, kann hier weiterlesen: Safety-Stars
© Design: d.signz • Umsetzung: michael bloch it-solutions • Konzept: roHbau-pe.de
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