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26. Oktober 2006
Keinen Helm aus Angst um die Frisur
(KStA, Christoph Hoffmann) - Die Fahrräder vieler Kölner Studenten sind häufig nicht verkehrstauglich. Das hat die Polizei bei einer Aktion im Rahmen von „Velo 2010" vor der Universität festgestellt. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und der Stadt Köln informierte sie am Dienstag über die Gefahren beim Radfahren. Am Stand des ADFC konnten die Studierenden ihr Zweiräder kostenlos überprüfen lassen. Häufige Schwachstellen seien Licht und Bremsen, weiß der ADFC-Vorsitzende Erich Koprowski; „An der Beleuchtung sparen viele“, sagt er.
Ein Fahrrad dürfe nichts kosten - so erlebe er die Mentalität vieler Menschen. Wenn sich der Fahrrad-Experte an der Universität umsieht, ist er erstaunt, mit welchen „alten Möhrchen“ die Studenten an die Uni kämen. Nicht alle Räder stellten gleich eine Gefahr dar, viele könne man schon „so fahren lassen“, sagt er und schränkt ein: „Tagsüber zumindest“. Wenn Kaprowski allerdings abends Radfahrern begegnet, die ihm ohne Licht entgegenkommen, wird er wütend. Dann sei es auch gerechtfertigt, dass die Polizei Knöllchen verteile. Darauf verzichteten die Beamten am gestrigen Tag allerdings - sie beschränkten sich auf Tipps, wie man sein Fahrrad besser sichern kann.
Bei Reiner Tarnow von der Kölner Polizei konnten die Studenten selbst testen, wie sicher Fahrradschlösser sind. Mit einem Bolzenschneider durchtrennten manche in Sekunden ein dünnes Drahtschloss: „Da brauche ich mein Rad ja gar nicht abschließen“, kommentierte ein Proband. Polizeihauptkommissar Mario Lüth wies die Studenten auf das Tragen eines Helmes hin. „Die meisten antworten, dass ein Helm ihre Frisur zerstöre.“ Wenn Lüth ihnen dann aber von blutigen Kopfwunden und Narben nach Stürzen erzähle, reagierten sie nachdenklicher.
01. Dezember 2006
Rückblick 2006 - Ausblick 2007
Am Ende des Jahres treffen wir uns am 30.11. und 01.12. auf Einladung der Kölner Polizei im Polizei-Ausbildungsinstitut in Brühl. Am ersten Tag des zweitägigen Treffens bewerten wir die Aktionen, die wir 2006 gemacht haben und entscheiden daraufhin, ob wir sie in 2007 fortsetzen wollen. Die Bilanz fällt gut aus, was auch in der Preisverleihung des Safetey-Stars an Velo2010 im September zum Ausdruck gekommen ist. Erfreulicherweise war der Preis mit einem Scheck verbunden, so dass sich unser finanzieller Spielraum erweitert. Auch wenn Einzelheiten noch geklärt werden müssen, wollen wir folgende Aktionen im neuen Jahr wieder durchführen:
1. Plakatständer an Unfall-Häufungsstellen, um die Verkehrsteilnehmer für das lokale Unfallgeschehen mit Radfahrern zu sensibilisieren
2. Das Verkehrsquiz mit Preisausschreiben, dass von der Stadt Köln durchgeführt wurde und mit dem schwerpunktmäßig Schulen und Schüler angesprochen wurden, soll es auch im nächsten Jahr wieder geben
3. "Klingelkarten” haben wir die 10.000 Velo-2010-Visitenkarten genannt, die von uns an Fahrrädern gehängt wurden, um für ein partnerschaftliches Miteinander der Radfahrer im Straßenverkehr zu werben
4. Campus-Aktion: Zweimal im Jahr, jeweils zu Semesterbeginn, stehen die Partner von Velo2010 auf dem Albertus-Magnus-Platz der Universität, um den Studienanfängern Hilfestellung zum Radverkehr in Köln zu geben
5. Radverkehrs-Mängelrundfahrten mit Politik und Verwaltung durch die Ortsteile. Die Rundfahrt 2006 führte uns durch den Stadtteil Mülheim und soll 2007 im Universitätsgebiet erfolgen
6. Der Internetauftritt von Velo2010 wird beibehalten und soll ausgebaut werden, was das Angebot und die Aktualität der Informationen angeht
Auf dem Foto sehen Sie als erste im Alphabet die Vertreter von ADFC und ASTA im Expertenkreis Velo2010. Aber auch alle anderen hatten gute Laune .. (rb/mfg)
13. Dezember 2006
Velo2010 - noch einmal Preisträger!
Das Innenministerium des Landes NRW veranstaltet am 13.12.2006 einen Fachkongress "Netzwerke für öffentliche Sicherheit und Ordnung - Ordnungspartnerschaften”. Im Rahmen des Kongresses werden vier Ordnungspartnerschaften aus NRW mit dem Landespreis “Innere Sicherheit” ausgezeichnet. Einer der vier Preisträger ist der Kölner Expertenkreis “Velo2010-sicheres Radfahren in Köln”, worüber wir uns sehr freuen.
Knapp 20 Mitglieder von Velo2010 fahren früh um halb acht vom Polizeipräsidium Köln mit einem Bus los, um am Kongress teilzunehmen. Auch die Bürgermeisterin Scho-Antwerpes und der Polizeipräsident Steffenhagen sind mit von der Partie. Die Veranstaltung findet im Wuppertaler Cinemaxx statt, das ist so etwas wie der Kölner Cinedom. Bereits am Eingang empfängt uns Livemusik und macht klar, dass trotz Regenwetter heute kein Trübsinn angesagt ist.
Alle vier Preisträger stellen ihre Projekte vor. Zum einen gibt es einen “Markt der Möglichkeiten" mit den entsprechenden Infoständen. Zum anderen werden in einem Kinosaal Präsentationen mit Vorträgen und Filmen gezeigt. Viele Teilnehmer sind von einem Schulprojekt gegen Gewalt und Kriminalität beeindruckt, dass zusammen mit echten Straftätern Schulen besucht und ziemlich finstere Radiospots produziert hat. Immer getreu dem Motto, dass nichts mehr beeindruckt als die Realität.
Sehr real sind dann auch die Filmbeiträge von Velo2010, in denen typische Unfallsituationen mit Radfahrern nachgestellt werden. Auch die Darstellungen der alltäglichen Ärgernisse und Gefährdungen für Radfahrer durch Verkehrsführung und andere Verkehrsteilnehmer sind genau wie im wirklichen Leben. Herr Simon von der Direktion Unfallbekämpfung der Kölner Polizei ergänzt die Filmsequenzen durch eine Beschreibung der umgesetzten und geplanten Velo2010-Aktivitäten.
Die Veranstaltung klingt mit einem Imbiss aus und wir fahren zum Polizeipräsidium zurück, wo es zum Abschluß noch eine Pressekonferenz für die Kölner Medien gibt. Auf dem Foto sehen Sie Mitglieder von Velo2010, die ihren Stand auf dem Markt der Möglichkeiten in Wuppertal begutachten. Sie können auch kurze und knackige Video-Statements von mehreren Mitgliedern von Velo2010 auf der Homepage anklicken, gehen sie in das Kapitel "Auszeichnungen", viel Spaß! (rb/mfg)
© Design: d.signz • Umsetzung: michael bloch it-solutions • Konzept: roHbau-pe.de
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