Freie Fahrt für Radfahrer?
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Radler und Fußgänger kriegen GEMEINSAM früher Grün und später Rot |
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06. Oktober 2008
Antrag der Mülheimer Fahrrad Gruppe an der Rat der Stadt Köln, Ausschuss für Anregungen und Beschwerden: "Der Rat möge beschließen, die Verwaltung zu beauftragen, an Kreuzungen die Einrichtung eines Grünvorlaufs für Radfahrer zu prüfen und einzurichten."
Begründung: Wenn Verkehrsampeln auf "Grün" schalten, fahren alle Verkehrsteilnehmer gleichzeitig los. Das Fahrverhalten von Radfahrern ist physikalisch bedingt in der Startphase instabil. Kleinere Schlenker zur Seite sind kaum vermeidbar. Das ist besonders unangenehm und gefährlich, wenn die Radfahrer rechts neben den Autos stehen oder beim Anfahren von ihnen dicht überholt werden. Zu prüfen ist außerdem, ob für den Grünvorlauf eigene Fahrradampeln installiert werden müssten.
Erläuterung: Unter Grünvorlauf ist eine eigene Ampelphase für Radfahrer zu verstehen, die an Kreuzungen vor dem Autoverkehr "Grün" bekommen, so, wie die Fußgänger auch. Der Radfahrer fährt etwas eher los und bleibt im Blickwinkel der Autofahrer. Der Grünvorlauf ist besonders im Zusammenwirken mit Aufstellflächen an Kreuzungen sinnvoll und ein Gewinn für die Verkehrssicherheit. Mit freundlichen Grüßen, Rolf Bauerfeind für die Mülheimer Fahrrad Gruppe.
15. Dezember 2008
Ausschuss für Anregungen und Beschwerden, Sitzung vom 15.12.2008. - "Der Ausschuss verweist die Angelegenheit zur weiteren Beratung an den Verkehrsausschuss." Dem Verweis zugrunde liegt die Verwaltungsstellungnahme, daß "die Verwaltung bei jeder Neuplanung an jedem signalisierten Bereich untersucht, wie der Radverkehr optimiert werden kann."
So lautet denn auch der Beschlussvorschlag des Ausschusses: "Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, der bisherigen Vorgehensweise bei der Optimierung des Radverkehrs in Köln weiterhin zu folgen."
Kommentar: In der Sitzung wurden mehrfach Bedenken geäußert, daß Autofahrer durch früheres Fahrrad-Grün benachteiligt werden. Das Argument, dass sich die Umlaufzeiten der Ampeln dadurch nicht ändern würden, wurde oder wollte nicht gehört werden.
Um den Begehrlichkeiten der Radfahrer eine Grenze aufzuzeigen, formulierte der Ausschuss auch eine "alternativen" Beschlussvorlage: "Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, an allen signalgeregelten Knotenpunkten "Grünvorläufe für Radfahrer" einzurichten, mit der Konsequenz, erhebliche Nachteile für alle anderen Verkehrsteilnehmer hinzunehmen und einen hohen investiven Aufwand (ca. 8 Mio Eu) zu verursachen."
Es ist wirklich bewundernswert, wie in kürzester Zeit eine Kostenkalkulation (8 Mio EU) möglich ist, die dann elegant mit einem Appell an die niedrigen Instinkte "Nachteile für alle anderen" verbunden zu einer Präventiv-Klatsche für alle Radfahrer wird. (rb/mfg
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